Beim Erwerb einer Immobilie in Deutschland gehören zum Preis viele zusätzliche Posten. Nebenkosten Immobilienkauf sind alle einmaligen und laufenden Ausgaben neben dem reinen Kaufpreis. Dazu zählen Steuern, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerhonorare.
Die Kenntnis der Kaufnebenkosten beeinflusst die Finanzplanung stark. Käufer sollten frühzeitig kalkulieren, damit Eigenkapital und Finanzierungssumme realistisch bleiben. Typischerweise liegen die Kaufnebenkosten in Deutschland zwischen etwa 7 % und 15 % des Kaufpreises, je nach Grunderwerbsteuer, Maklerbeteiligung und Notarkosten.
Dieser Artikel richtet sich an Privatkäufer, junge Familien, Kapitalanleger und Bauherren. Er bietet einen klaren Überblick zu den üblichen Posten und erklärt, wie Nebenkosten das Budget verändern. In den folgenden Kapiteln werden Steuern, Notar/Grundbuch/Makler und die späteren laufenden Kosten vertieft.
Welche Nebenkosten fallen beim Immobilienkauf an?
Vor dem Kauf sollte eine klare Nebenkostenübersicht stehen. Sie hilft Käuferinnen und Käufern, die echte finanzielle Belastung zu erkennen und die Budgetplanung Immobilienkauf realistisch zu gestalten.
Kurzüberblick über typische Nebenkosten
Die Kaufnebenkosten Auflistung umfasst mehrere Posten. Grunderwerbsteuer fällt einmalig an und variiert je Bundesland.
Notarkosten und Grundbucheintragungen entstehen für Vertrag, Auflassungsvormerkung und Eintragungen. Maklerprovision kann ganz oder teilweise Käufer belasten, abhängig von regionalen Regelungen.
Finanzierungskosten wie Bearbeitungsgebühren und Bereitstellungszinsen sind zu berücksichtigen. Gutachterkosten empfehlen sich besonders bei älteren Häusern.
Ein Sanierungs- und Modernisierungspuffer ist sinnvoll. Einmalige Anschluss- und Abschlusskosten betreffen Hausanschlüsse, Umzug und Energieausweis.
Laufende Kosten nach dem Kauf schließen Grundsteuer, Versicherungen, Betriebskosten und gegebenenfalls Instandhaltungsrücklage ein.
Bedeutung der Nebenkosten für die Kaufentscheidung
Nebenkosten Hauskauf verändern die Attraktivität eines Angebots. Ein niedriger Kaufpreis kann durch hohe Zusatzkosten relativ teurer sein.
Banken verlangen häufig, dass Nebenkosten aus Eigenkapital gedeckt werden. Fehlt dieses, sinkt die Zahl offener Finanzierungsoptionen.
Regionale Unterschiede bei Grunderwerbsteuer und Maklerprovision beeinflussen die Wahl des Objekts. Der Zustand der Immobilie bestimmt den Sofortbedarf an Mitteln.
Wie Nebenkosten den Gesamtbudgetrahmen verändern
Zur Veranschaulichung: Bei 300.000 EUR Kaufpreis entsprechen 10 % Nebenkosten 30.000 EUR zusätzlichem Eigenkapital. Solche Beispielrechnungen machen die benötigte Liquidität sichtbar.
Als Faustregel empfiehlt sich ein Puffer von 10–15 % des Kaufpreises; bei gebrauchten Objekten eher 15 %. Diese Annahme trägt zur sicheren Budgetplanung Immobilienkauf bei.
Die Nebenkosten sollten in die gesamte Finanzplanung integriert werden. Das umfasst Laufzeit, Tilgung und die monatliche Belastung. So vermeidet man unangenehme Überraschungen.
Steuern und Abgaben beim Immobilienkauf
Beim Immobilienkauf fallen neben Kaufpreis und Notarkosten vor allem Steuern an, die das Budget deutlich beeinflussen. Käufer sollten frühzeitig prüfen, welche Abgaben in ihrem Bundesland relevant sind und welche langfristigen Belastungen zu erwarten sind.
Grunderwerbsteuer
Die Grunderwerbsteuer ist eine einmalige Abgabe, die mit der Rechtswirksamkeit des Kaufvertrags entsteht. Ihr Betrag bemisst sich als Prozentsatz des Kaufpreises; Beispiele für aktuelle Sätze sind Bayern 3,5 %, Sachsen 3,5 %, Berlin 6,0 % und Nordrhein-Westfalen 6,5 %. Diese Landesunterschiede sind zentral für die Kalkulation.
Bei komplexen Fällen wie Anteilskäufen, Erbbaurechten oder unternehmensähnlichen Strukturen gelten abweichende Regeln. Notar und Steuerberater prüfen solche Sonderfälle und klären mögliche Sonderregelungen oder Ausnahmen.
Grundsteuer
Die Grundsteuer ist eine jährliche Abgabe, die Gemeinden erheben. Sie unterscheidet sich klar von der einmaligen Grunderwerbsteuer und gehört zu den laufenden Kosten eines Eigentümers.
Berechnungsgrundlage sind der Grundstückswert und der Hebesatz der jeweiligen Gemeinde. Anstehende Reformen können die Belastung verändern. Käufer sollten deshalb lokale Hebesätze und angekündigte Änderungen prüfen, weil Grundsteuer Unterschiede die monatliche Belastung beeinflussen.
Steuerliche Absetzbarkeit und Vergünstigungen
Ob Kaufnebenenkosten steuerlich geltend gemacht werden können, hängt vom Nutzungszweck ab. Bei Eigennutz sind Notar- und Grundbuchkosten meist nicht als Werbungskosten absetzbar.
Bei vermieteten Immobilien lassen sich Anschaffungsnebenkosten teilweise über Abschreibungen (AfA) oder als Werbungskosten berücksichtigen. Wer energetisch saniert, kann KfW-Förderkredite nutzen und auf steuerliche Förderungen hoffen.
Regional angebotene Förderprogramme und Sonderregelungen können zusätzliche Vorteile bringen. Experten wie Steuerberater prüfen individuelle Optionen, damit Käufer wissen, welche Immobilien Steuern absetzen lassen und welche Steuervergünstigungen Hauskauf möglich machen.
Notar-, Grundbuch- und Vermittlungskosten
Beim Immobilienkauf fallen neben dem Kaufpreis noch drei Kostenblöcke an, die Käufer beachten sollten. Er erklärt kurz die Aufgaben, typische Höhen und worauf Käufer vor der Unterschrift achten müssen.
Notarkosten: Beurkundung, Beglaubigungen und Kostentabelle
Der Notar beurkundet den Kaufvertrag, wickelt die Eigentumsübertragung ab und kann Treuhandfunktionen übernehmen. Er prüft Lasten und berät zur Lastenfreistellung.
Die Gebührenordnung für Notare (GNotKG) bestimmt die Kosten. Für viele Käufe bewegt sich das Honorar meist zwischen 1 % und 2 % des Kaufpreises inklusive Umsatzsteuer, je nach Umfang der Leistungen.
Zusatzleistungen wie Beglaubigungen, Auflassungsvormerkung oder Zahlungsabwicklung führen zu weiteren Posten. Vor dem Termin empfiehlt es sich, eine detaillierte Kostenaufstellung und eine Notar Gebühren Tabelle anzufordern.
Grundbuchgebühren: Eintragungen und Löschungen
Der Notar veranlasst die Eintragung des Eigentümers und die Eintragung einer Auflassungsvormerkung im Grundbuch. Nach Zahlung und Umschreibung folgen Löschungen von Grundschulden.
Grundbuchgebühren orientieren sich an Verwaltungssätzen und variieren je nach Bundesland. Sie werden oft zusammen mit den Notarkosten ausgewiesen und betragen in der Regel einige hundert bis wenige tausend Euro, abhängig von Kaufpreis und Anzahl der Eintragungen.
Löschungsbewilligungen und zusätzliche Eintragungen können Extra-Kosten verursachen. Käufer sollten beim Notartermin klären, welche Einträge nötig sind und welche Gebühren anfallen.
Maklerprovision: Wer zahlt, regionale Unterschiede und Verhandlungstipps
Die Maklerprovision Deutschland schwankt regional. Üblich sind Provisionen zwischen 3 % und 7 % des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer. In Ballungsräumen fallen sie tendenziell höher aus.
Seit 2020 ist die Verteilung der Provision bei Wohnungs- und Teileigentum nicht einheitlich geregelt. Häufig teilen Käufer und Verkäufer die Maklerprovision, oft 50:50. In einzelnen Fällen trägt der Käufer die volle Provision.
Vor Vertragsabschluss sollte die Provisionshöhe schriftlich geklärt werden. Vergleich mehrerer Maklerangebote hilft, Leistungen wie Exposé, Besichtigungen und Verhandlungsführung zu bewerten. Rechtlich bindend bleibt der Maklervertrag; bei Unsicherheiten ist eine juristische Beratung ratsam.
Wer mehr über die Rolle des Maklers und Alternativen wissen möchte, findet praktische Hinweise unter Ist ein Hauskauf ohne Makler sinnvoll
Weitere laufende und einmalige Kosten nach dem Kauf
Nach dem Erwerb einer Immobilie fallen neben dem Kaufpreis regelmäßig laufende Kosten Immobilie an. Dazu zählen Betriebskosten wie Heizung, Wasser, Müllgebühren und Straßenreinigung. Bei Eigentumswohnungen kommen Hausmeister- oder Hausverwaltungsgebühren hinzu. Die Höhe hängt stark vom Verbrauch und der Lage ab.
Versicherungen Immobilie sind ein weiterer Pflichtposten. Wohngebäudeversicherungen verlangen viele Banken bei der Finanzierung, hinzu kommen Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht und je nach Risiko Glas- oder Elementarschadenversicherungen. Prämien variieren nach Lage und Objektprofil.
Instandhaltungskosten Hauskauf sollten vorsorglich eingeplant werden. Als grober Richtwert gelten 1–2 % des Immobilienwerts jährlich oder eine feste Rücklagenbildung. Käufer sollten einen Mehrjahresplan für Reparaturen und Modernisierung erstellen und mit Hausverwaltung sowie Handwerkern realistische Kostenschätzungen erarbeiten.
Einmalige Posten wie Renovierungs- und Modernisierungskosten, Anschluss- und Umzugskosten oder Gebühren für Energieausweis sind unmittelbar nach dem Kauf zu erwarten. Energetische Sanierungen können durch KfW- oder BAFA-Förderungen günstiger werden, erfordern aber oft einen Eigenanteil. Als Liquiditätspuffer empfiehlt sich je nach Objektgröße eine Rücklage von etwa 5.000–15.000 EUR, um unerwartete Ausgaben abzufedern.







